Wir freuen uns auf ein gemeinsames Konzert mit dem Chœur de Saint-Guillaume aus Strasbourg in Frankreich. Es ist uns eine besondere Ehre, dass er unsere Einladung zu diesem uns so wichtigen Gedenkkonzert gerne angenommen haben. 

 

                                              25. November 2018

                                     Stadtkirche St. Michael zu Jena

 

                                                       Chœur de Saint-Guillaume

                                                      Kantorei St. Michael zu Jena

                                          Kammerorchester der Jenaer Philharmonie

 

Gerne stellen wir Ihnen unsere Gäste näher vor: 

 

Le Chœur de Saint-Guillaume ist ein traditionsreicher Chor, der bereits 1885 von Ernst Münch, Organist an der gleichnamigen Straßburger Kirche und Professor am Musikkonservatorium, gegründet wurde und seit über 130 Jahren das Straßburger Musikleben mitgestaltet. Seit Ende des 19. Jahrhunderts pflegt dieser Klangkörper, der an die 80 Mitglieder zählt, und der sich sehr schnell dem Werke Johann Sebastian Bachs widmete, an jedem Karfreitag die Bach-Passionswerke im Wechsel aufzuführen. Dieser Chor hat eine Schlüsselrolle in der damaligen Wiederentdeckung der Bachwerke in Straßburg gespielt. Sogar Albert Schweitzer war aktives Mitglied und hat bei seinen Aufenthalten in Straßburg viel mit diesem Chor gewirkt. Schweitzer, der in Mühlhausen im Elsass bei Münchs Bruder Eugen Klavier- und Orgelunterricht genoss, übernahm ab 1894 die Orgelbegleitung bei den Aufführungen der Bach-Kantaten und Passionen.

 

Fritz Münch, der Sohn des Gründers und Bruder des berühmten Dirigenten Charles Münch, übernahm 1924 die künstlerische Leitung des Chores, bevor er 1929 noch zum Direktor des Straßburger Musikkonservatoriums ernannt wurde. Seit den Anfängen war der Chor langjähriger Partner des städtischen Orchesters (des späteren Philharmonischen Orchesters) sowie Mitbegründer des Straßburger Musikfestivals und war oft musikalisch federführend, im Besonderen was Uraufführungen von Francis Poulenc - ein anderes prominentes Chormitglied - oder Arthur Honegger anbelangt. Im Laufe der Zeit sind die Aufführungen der Bachpassionen am Karfreitag zu einem wichtigen geistlichen und musikalischen Ereignis geworden.

 

Die Dirigenten des Chœur de Saint-Guillaume zeugen einer bemerkenswerten Kontinuität: nach Ernst und Fritz Münch, wussten André Stricker, René Matter und Erwin List die geistliche Dimension mit konzertantem Ehrgeiz zu verbinden. Seit 2014 steht die junge Dirigentin Edlira Priftuli am Dirigentenpult des Chores, dem sie ihren dynamischen Impuls talentiert zu übermitteln weiß. 

 

 

Der Chœur de Saint-Guillaume hat auch etliche bereichernde musikalische Austausche und Partnerschaften mit anderen Chören oder Orchester geknüpft, wie zum Beispiel dem Motettenchor Stuttgart, dem Straßburger Konservatoriums-orchesters, den Straßburger Philharmonikern („Orchestre Philharmonique de Strasbourg“, und im November 2018 mit InterCoral Jena. Der Chor hat unter anderem, 1994 beim „Florilège Vocal“ von Tours, „Elias“ von Mendelssohn und in Straßburg 1997, das Te Deum und die f-moll Messe von Anton Bruckner unter Leitung seines Dirigenten Erwin List aufgeführt. Im Rahmen des „Kultursommers-Rheinland-Pfalz“ und unter Schirmherrschaft des deutschen Bundeskanzlers und des französischen Präsidenten, hat der Chœur de St-Guillaume 1999 bei den Aufführungen des Requiem von Hector Berlioz unter Leitung von Theodor Guschlbauer in Worms, Trier, Kloster Eberbach und in Paris, in der Salle Pleyel, mitgewirkt. Im Mai 2002, hat der Chor, mit etlichen anderen Chören, bei der Aufführung der 8. Symphonie von Gustav Mahler mit den Straßburger Philharmonikern („Orchestre Philharmonique de Strasbourg“, OPS) unter Leitung von Jan Latham-Koenig, mitgewirkt. Am Karfreitag 2005, wurde der Chor von den Straßburger Philharmonikern eingeladen die Matthäus-Passion von J-S Bach unter Leitung von Armin Jordan aufzuführen. Im Februar 2012, hat der Chœur de Saint-Guillaume die Symphonie Nr.1 „A Sea Symphony“ von Ralph Vaughan Williams, in Zusammenarbeit mit dem Straßburger Orchester „La Philharmonie“ aufgeführt, zu Ehren der britischen Präsidentschaft des Europarats. Im April des gleichen Jahres und zum ersten Mal in seiner Geschichte, hat der Chor die Johannes-Passion von Bach mit einem Barock-Ensemble, auf historischen Instrumenten und mit barocker Einstimmung aufgeführt. Diese allgemein beachtete neue Erfahrung für den Chor, wurde seitdem erfolgreich weitergeführt, unter anderem mit der barocken Aufführung der Matthäus-Passion.

 

Im Rahmen des Vox Rheni Projektes hat der Chœur de Saint-Guillaume im November 2013 „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms und die „h-moll Messe“ von Johann Sebastian Bach, 2014 die Johannes-Passion, das Miserere von Jan Dismas Zelenka und das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart sowie 2015 Elias von Mendelssohn und das Weihnachtsoratorium von J.S. Bach aufgeführt.

 

Im November 2017 hat der Chœur de Saint-Guillaume mit dem Barockorchester Bach Collegium Strasbourg Ortenau zum ersten Mal die Lutherischen Messen BWV 234 und 235 sowie das Konzert für zwei Violinen BWV 1043 im Rahmen der Großausstellung «Strasbourg 1880-1930, Laboratoire d’Europe» aufgeführt. Im November 2018 ist der Chœur de Saint-Guillaume durch InterCoral Jena als französischer Gastchor zu einem deutsch-französischen Gedenkkonzert zum hundertjährigen Kriegsende von 1918 eingeladen. 

 

mit freundlicher Genehmigung durch Nicolas Greib, President Chœur de Saint-Guillaume, Strasbourg, France